Recht und Gesetz Webblog

» Sicherungsverwahrung: Justizministerin sorgt für einheitliche Rechtsprechung
Zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Sicherung der Einheitlichkeit
der Rechtsprechung bei Entscheidungen zur Sicherungsverwahrung
(Divergenzvorlage) am 30. Juli 2010 erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Die morgen in Kraft tretende Rechtsänderung schafft mehr
Rechtssicherheit und Rechtsklarheit im rechtspolitisch sensiblen
Bereich der Sicherungsverwahrung.
An dem Urteil des EGMR kann nichts mehr geändert werden -
die deutschen Gerichte müssen es beachten und umsetzen. Ich
habe sehr zügig eine Gesetzesänderung auf den Weg
gebracht, die durch eine Vorlagepflicht an den Bundesgerichtshof
für eine einheitliche Rechtsprechung und damit auch
Rechtspraxis sorgt. Nach dem Urteil des EGMR müssen die
zuständigen Gerichte in jedem Einzelfall prüfen, ob ein
Straftäter aus der Sicherungsverwahrung entlassen werden muss
oder nicht. Bislang gibt es dazu einige sehr unterschiedliche
Entscheidungen, die auf unterschiedlichen Rechtsauffassungen der
Gerichte beruhen - es kommt zu Entlassungen von [...] [Orginal Artikel lesen]
» Gleichstellung nichtehelicher Kinder vollenden - Ausnahmen im Erbrecht beseitigen
Zu dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Regierungsentwurf,
der die erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder
vollendet, erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Kein Kind darf schlechter stehen, nur weil seine Eltern
unverheiratet sind. Nach wie vor gibt es nichteheliche Kinder, die
ihre Väter nicht gesetzlich beerben. Die Ausnahmen auf Kosten
nichtehelicher Kinder werden jetzt beseitigt. In Zukunft werden
alle nichtehelichen Kinder gesetzliche Erben ihrer Väter,
unabhängig vom Alter.
Für künftige Todesfälle kann sich niemand auf
Vertrauensschutz berufen, der letztlich zu neuen Benachteiligungen
führt. Ursprünglich war im Gespräch, nichteheliche
Kinder erst nach hinterbliebenen Ehefrauen und Lebenspartnern erben
zu lassen. Der heute beschlossene Regierungsentwurf verzichtet
bewusst auf Einschränkungen. Die Gleichstellung nichtehelicher
Kinder ist wichtiger als Vertrauensschutz.
Die Reform liegt auf der Linie der Kindschaftsrechtsreform, die
ich vor über zehn Jahren [...] [Orginal Artikel lesen]
» EU-weite Mindeststandards im Strafverfahren: Weiterer Schritt zur Stärkung der Bürgerrechte
Zur heutigen Annahme eines Richtlinienentwurfs zum Recht auf
Information in Strafverfahren durch das Kollegium der EU-Kommission
erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Der heute beschlossene Richtlinienentwurf ist ein weiterer
wichtiger Schritt zur Stärkung der Bürgerrechte in
Europa. Ich habe bereits im November letzten Jahres mit meinen
europäischen Amtskollegen einen konkreten Fahrplan festgelegt,
wie die Rechte von Beschuldigten im Strafverfahren verbessert
werden können. Erstes Projekt war die Verständigung
darauf, dass jeder Beschuldigte das Recht auf einen Dolmetscher und
Übersetzer hat. Künftig soll auch sichergestellt werden,
dass Beschuldigte in allen Mitgliedstaaten gleichermaßen
über ihre elementaren Rechte belehrt und umfassend informiert
werden. In bestimmten Fällen, etwa bei Verhaftungen, wird es
dafür ein EU-weites einheitliches Informationsblatt, einen
"letter of rights", geben.
Zwischen den Mitgliedstaaten der EU finden sich erhebliche
Unterschiede bei den [...] [Orginal Artikel lesen]
» Mediation stärken für mehr gemeinsame
Konfliktlösungen
Zu dem heute an die Ressorts versendeten Referentenentwurf eines
Mediationsgesetzes erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Der Entwurf eines Mediationsgesetzes soll zu einer erheblichen
Stärkung der außergerichtlichen Streitbeilegung
führen.
In einer veränderte Rechts- und Streitkultur muss den
Möglichkeiten der Mediation mehr Platz eingeräumt werden.
Streitende wissen selbst am besten, wie ihr Konflikt zu lösen
ist. Mediatorinnen und Mediatoren helfen in einem transparenten
Verfahren bei der Suche nach der Problemlösung. Die Mediation
kann zeitaufwändige und kostspielige Gerichtsverfahren
vermeiden helfen. Anders als im Prozess kommen die Konfliktparteien
gemeinsam als Gewinner aus der Mediation.
Strikte Neutralität und Unabhängigkeit der
Mediatorinnen und Mediatoren ist Voraussetzung für eine
erfolgreiche Vermittlung. Die Aufgaben und Pflichten von
Mediatorinnen werden im vorgelegten Gesetzentwurf genau
festgelegt.
Die vorgeschlagene Regelung wird den Ländern zudem die [...] [Orginal Artikel lesen]
» UN-Kinderrechtskonvention: Rücknahme des Vorbehalts rechtswirksam
Zur heutigen Übergabe des Schreibens zur Rücknahme der
Erklärungen zur UN-Kinderrechtskonvention an die Vereinten
Nationen erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Achtzehn Jahre nach Zeichnung ist der Vorbehalt zur
UN-Kinderrechtskonvention endgültig aus der Welt. Mit der
Übergabe des Rücknahmeschreibens an die Vereinten
Nationen demonstriert die Bundesregierung eindrucksvoll, dass das
Kindeswohl im Mittelpunkt ihrer Politik steht.
Kinder und minderjährige Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr
benötigen einen ganz besonderen Schutz und humanitäre
Hilfe. Die Rücknahme des Vorbehalts sollte jetzt den
Ländern Anlass geben, ihre legislative Praxis und die
Gesetzesanwendung kritisch zu überprüfen. Es geht vor
allem um Kinder und Jugendliche in Abschiebehaft. Die Abschiebehaft
muss auf die kürzeste noch angemessene Zeit reduziert
werden.
Auch bei der Anwendung des Asylbewerberleistungsgesetzes, vor
allem bei der medizinischen Versorgung, sollten die
Sozialbehörden auf die besondere [...] [Orginal Artikel lesen]
» Kabinett beschließt Änderung des Umwandlungsrechts
Zu der heute im Bundeskabinett beschlossenen
Änderung des Umwandlungsgesetzes erklärt
Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den
Wirtschaftsstandort Deutschland weiter zu stärken und
Unternehmen von überflüssigen bürokratischen
Hürden zu befreien. Die heute beschlossene Änderung des
Umwandlungsgesetzes sieht wesentliche Vereinfachungen bei der
Verschmelzung und Spaltung von Unternehmen vor. Dadurch werden die
Kosten von Umwandlungsmaßnahmen deutlich reduziert.
Insbesondere bei der Umstrukturierung von Aktiengesellschaften
werden sich die Änderungen auswirken. Die Neuregelung
führt zu einer spürbaren Entlastung der Unternehmen und
wahrt zugleich den Schutz der Anteilseigner und Gläubiger.
Zum Hintergrund: Das Änderungsgesetz
dient in erster Linie der Umsetzung einer Richtlinie, die der
EU-Ministerrat im Juli vergangenen Jahres beschlossen hatte und die
am 22. Oktober 2009 in Kraft getreten ist. Das deutsche
Umwandlungsrecht beruht zum Teil [...] [Orginal Artikel lesen]
» Bundesverfassungsgerichtsentscheidung: Eilrechtsentscheidung ebnet den Weg für Griechenlandhilfe
Zu der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
über die Eilentscheidung zur Verfassungsbeschwerde gegen das
Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetz erklärt
Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Die Bundesregierung ist durch das Bundesverfassungsgericht in
ihrer juristischen Auffassung bestätigt worden, dass ein
Eilrechtsschutz im vorliegenden Fall nicht in Betracht kommt. Wenn
der Vollzug eines Gesetzes ausgesetzt werden soll, ist ein
besonders strenger Maßstab für die Beurteilung der
Voraussetzungen anzulegen.
Das Bundesverfassungsgericht hat die Folgen, die eintreten
würden, wenn die begehrte einstweilige Anordnung erginge,
sorgsam mit der Krisensituation in der Euro-Zone abgewogen. Der von
der Bundesregierung unterstützte Weg der Stabilisierung des
Euros ist damit nicht versperrt.
Die Frage, wie die Stabilität des Euro angesichts der
Schwäche Griechenlands gewahrt bleiben kann, ist zuerst eine
politische und ökonomische.
[...] [Orginal Artikel lesen]
» Justizministerin: Europaweit mehr Verbraucherschutz beim Timesharing-Urlaub
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum
heute vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf eines Gesetzes
über Teilzeit-Wohnrechteverträge und ähnliche
Urlaubsangebote:
Wir verbessern den Verbraucherschutz beim Timesharing-Urlaub.
Teilzeit-Wohnrechte sind bei deutschen Urlaubern weit verbreitet.
Dabei zahlt der Kunde für das Recht, eine Ferienwohnung oder
ein Hotel jedes Jahr für eine gewisse Zeit zu nutzen. Bisher
gab es immer wieder Kundenfang, viele Urlauber wurden während
des Urlaubs überredet, sich auf zweifelhafte Verträge
einzulassen. Die neue europäische Timeshare-Richtlinie bringt
ganz Europa auf ein höheres Verbraucherschutzniveau, egal ob
die Verträge in Deutschland, Spanien oder einem anderen
EU-Mitgliedstaat geschlossen werden. Die Reform nützt auch den
Unternehmen, weil grenzüberschreitende Geschäfte
erleichtert werden.
Heute haben wir das deutsche Umsetzungsgesetz auf den Weg
gebracht. Verbesserte Informationspflichten sorgen wir für
mehr Transparenz, damit Urlauber eine [...] [Orginal Artikel lesen]
» Leutheusser-Schnarrenberger: "Keine strafbewehrte Anzeigenpflicht"
Nach der Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe I zum Runden Tisch
"Sexueller Kindesmissbrauch" erklärt Bundesjustizministerin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Im Mittelpunkt der heutigen Sitzung, die von einer sehr
intensiven, sachlichen und zielorientierten Atmosphäre
geprägt war, stand die Stellung des Opfers von sexuellem
Missbrauch in Straf- und Ermittlungsverfahren. Die Arbeitsgruppe
sprach sich - gerade mit Blick auf die Betroffenen - einmütig
dafür aus, dass es auch künftig keine strafbewehrte
Anzeigenpflicht für Menschen geben soll, die Kenntnis von
sexuellem Missbrauch erlangen. Umso wichtiger erscheint mir die
Selbstverpflichtung von betroffenen Institutionen zu sein,
entsprechende Informationen möglichst rasch freiwillig an die
Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.
Wir werden in unserer Arbeitsgruppe natürlich auch noch die
rechtspolitischen Folgerungen erörtern, die aus den vielen
bekannt gewordenen Missbrauchsfällen gezogen werden
müssen. Hierbei werden wir auch über eine mögliche
Verlängerung der [...] [Orginal Artikel lesen]
» Leutheusser-Schnarrenberger: Gleichstellung von Lebenspartnern schreitet voran
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum
gestern von der Bundesregierung beschlossenen Jahressteuergesetz
2010:
Mit dem Beschluss des Bundeskabinetts zum Jahressteuergesetz
2010 haben wir die gleichheitswidrige Benachteiligung von
Lebenspartnern im Bereich des Steuerrechts um einen entscheidenden
Schritt abgebaut. Künftig werden Lebenspartner im Erbschafts-
und Schenkungssteuergesetz und im Grunderwerbssteuergesetz genauso
behandelt wie Ehegatten. Das ist ein großer Erfolg auf dem
Weg zur Gleichstellung von Lebenspartnern und Ehegatten, auf die
sich die Koalition nach vier Jahren Stillstand verständigt
hat. Es ist gut, dass die Bundesregierung zügig gehandelt hat
und die Umsetzung dieses wichtigen Vorhabens nicht auf die lange
Bank schiebt. Lebenspartner, die in einer langjährigen
Partnerschaft leben, gegenseitig unterhaltspflichtig sind und ihren
Partner ggf. bis zum Tode pflegen, werden vom Staat endlich nicht
mehr wie Fremde behandelt.
Zum Hintergrund:
Der vom Bundeskabinett [...] [Orginal Artikel lesen]
» Bundesjustizministerin: Weg frei für einheitliche Spielregeln bei grenzüberschreitenden Scheidungen
Zu der Entscheidung des EU-Justizministerrates,
zunächst in 14 EU-Mitgliedstaaten bei der Festlegung des
Scheidungsrechts einheitliche Regeln anzuwenden, erklärt
Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger:
Heute haben 14 EU-Mitgliedstaaten den Weg für einheitliche
Regeln bei grenzüberschreitenden Scheidungen für ihre
Bürger frei gemacht. Mit überwältigender Mehrheit
hat der Rat sich für die erstmalige Anwendung des Instruments
der verstärkten Zusammenarbeit ausgesprochen.
Die EU wächst immer weiter zusammen, auch bei den
Scheidungen. Einheitliche Regeln für Scheidungen in der EU
bringen erkennbare Vorteile für jeden Bürger. Der heutige
Beschluss bietet ein Modell für alle EU-Mitgliedstaaten. Ich
hoffe, dass sich schnell immer mehr EU-Mitgliedstaaten diesem
Modell anschließen.
Künftig wird in 14 EU-Mitgliedstaaten nach einheitlichen
Regeln entschieden, welches Recht aus welchem Mitgliedstaat
für die Scheidung gilt. Zunächst wird jedes Gericht
prüfen, ob die Eheleute ein gemeinsames Recht gewählt
haben. [...] [Orginal Artikel lesen]
» Neuordnung der Sicherungsverwahrung
Zu den heute den Rechtspolitikern der Koalition
vorgestellten Eckpunkten der Reform der Sicherungsverwahrung
erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Ich habe heute Eckpunkte einer Neuordnung der
Sicherungsverwahrung den Rechtspolitikern der Koalition
vorgestellt. Die Neuordnung der Sicherungsverwahrung ist
unabhängig von der Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte notwendig und in der Koalition
verabredet.
Kern der Neuordnung ist die Beschränkung der
Sicherungsverwahrung auf schwere Fälle wie Sexual- und
Gewalttäter. Sicherheit entsteht dann, wenn man sich auf die
wirklich gefährlichen Täter konzentriert. Die unter
Rot-Grün eingeführte nachträgliche
Sicherungsverwahrung soll künftig nur in absoluten
Ausnahmefällen angeordnet werden. Die nachträgliche
Sicherungsverwahrung hat sich als wenig praxistauglich erwiesen,
unabhängig von immer wieder zutage getretenen
Schutzlücken.
Die Neuordnung der Sicherungsverwahrung beruht auf einem Wechsel
hin zu einer [...] [Orginal Artikel lesen]
» Besserer Schutz vor Lockvogelangeboten
Ab morgen werden Kreditnehmer besser als bisher vor
unseriösen Lockvogelangeboten geschützt. Sie erhalten
mehr Informationen und können so Kreditangebote besser
miteinander vergleichen. Außerdem werden die Widerrufs- und
Rückgaberechte bei Verbraucherverträgen
vereinheitlicht.
Im Einzelnen:
1. Verbraucherdarlehen
Information und Vertragserläuterung:
Verbraucher werden künftig bereits vor Abschluss eines
Darlehensvertrages über die wesentlichen Bestandteile des
Kredits informiert. Das ermöglicht dem Verbraucher,
verschiedene Angebote zu vergleichen und eine fundierte
Entscheidung zu treffen. Die Neuregelung setzt damit auf den
verantwortungsbewussten und selbständig handelnden
Verbraucher. Sobald sich die Wahl eines bestimmten Kredits
abzeichnet, müssen dem Verbraucher zusätzlich die
Hauptmerkmale des Vertrags erläutert werden.
Werbung: Die Werbung für
Darlehensverträge wird stärker reglementiert. Wer
für den Abschluss von Darlehensverträgen wirbt, darf
nicht nur eine einzige Zahl herausstellen (etwa einen [...] [Orginal Artikel lesen]
» "Die DDR war ein Unrechtsstaat"
Leutheusser-Schnarrenberger zum 17. Juni
Anlässlich des 57. Jahrestages des blutig
niedergeschlagenen Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953
erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Eines muss klar sein - bei der Totalüberwachung der
Bürger, bei der Willkür der Sicherheitsbehörden, bei
der Reduzierung des Menschen zum Objekt staatlichen Handelns und
nicht zuletzt beim Schießbefehl an der Mauer: Die DDR war ein
Unrechtsstaat. Das darf nicht vergessen oder verklärt werden.
Noch immer gibt es viel zu viele Menschen in unserem Land, die
über die Vergangenheit ganz bewusst den Mantel des Schweigens
decken wollen. Die Erinnerung an dieses Unrecht muss tief in
unserem gesellschaftlichen Bewusstsein verankert bleiben. Damit
ehren wir die einstigen Opfer - und wir schärfen unsere
Aufmerksamkeit für den Missbrauch politischer Macht in der
Gegenwart.
[...] [Orginal Artikel lesen]
» Im Zentrum steht der Schutz der Autoren - Berliner Rede zum Urheberrecht
In ihrer Berliner Rede zur Reform des bestehenden Urheberrechts
sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am
Montagabend in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften am Gendarmenmarkt:
Die aktuelle Urheberrechtsdebatte wird derzeit leider von zwei
Extremen bestimmt: Die einen beschwören die Geltung des
Urheberrechts und haben in Wahrheit doch viel zu häufig nur
den Erhalt ihrer überholten Geschäftsmodelle im Sinn. Die
anderen stimmen den Abgesang auf das Urheberrecht an und wollen
sich auf diese Weise die Leistung anderer kostenlos aneignen. Bei
dieser hitzig geführten Debatte bleibt zumeist einer
außen vor: der Urheber selbst. Aber die zentrale Gestalt des
Urheberrechts muss auch weiterhin der Autor bleiben. Ihn
dürfen wir nicht abspalten von seinem Werk, sein Werk
dürfen wir nicht anonymisieren und auch nicht kollektivieren.
In der Ausrichtung auf den Kreativen liegt auch der Schlüssel
für die Zukunft des Urheberrechts. Auch in der Diskussion um
die Fortentwicklung der [...] [Orginal Artikel lesen]
» Leutheusser-Schnarrenberger: Erbrechtliche Gleichstellung nichtehelicher Kinder vollenden
Zur Eröffnung des 6. Münchner Erbrechts- und Deutschen
Nachlassgerichtstags 2010 erklärt Bundesjustizministerin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger heute in der bayerischen
Landeshauptstadt:
Das Bundesjustizministerium arbeitet gerade an einem
Gesetzentwurf, der erbrechtliche Nachteile für nichteheliche
Kinder beseitigen soll. Nichteheliche Kinder sind im Erbrecht
bereits heute den ehelichen grundsätzlich gleichgestellt. Es
gibt aber eine kleine Gruppe nichtehelicher Kinder, die vor dem 1.
Juli 1949 geboren sind und die noch nicht gesetzliche Erben ihrer
Väter werden. Der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte (EGMR) hat den Gesetzgeber 2009 aufgefordert, auch
diese letzte Benachteiligung nichtehelicher Kinder zu beseitigen.
Ich schlage deshalb vor, dass wir den Stichtag 1. Juli 1949
aufheben. Damit werden künftig auch die nichtehelichen Kinder
gesetzliche Erben, die vor Juli 1949 geboren sind. Das können
wir für die Zukunft, aus verfassungsrechtlichen Gründen
aber nur in sehr beschränktem Umfang für die [...] [Orginal Artikel lesen]
» Maßnahmenbündel im Bereich Sicherungsverwahrung beschlossen
Zu den heute im Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkten für
gesetzgeberische Maßnahmen im Bereich der
Sicherungsverwahrung erklärt Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger:
Die Bundesregierung hat heute Eckpunkte für
gesetzgeberische Maßnahmen im Bereich der
Sicherungsverwahrung beschlossen. Die Maßnahmen sollen die
Vorgaben des Koalitionsvertrages vom 26. Oktober 2009 umsetzen und
dabei auch die Konsequenzen des Urteils des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte vom 17. Dezember 2009
berücksichtigen.
Mit den heute vom Bundeskabinett beschlossenen Maßnahmen
zur Sicherungsverwahrung beweist die Bundesregierung
Handlungsfähigkeit. Mit dem Maßnahmenbündel wird
auch dem Handlungsbedarf begegnet, der sich aus der Entlassung von
bislang sicherungsverwahrten Personen ergibt.
Die Bundesregierung wird einen Gesetzentwurf zur Neuordnung des
Rechts der Sicherungsverwahrung vorlegen, mit dem für
künftige Fälle ein schlüssiges Gesamtkonzept der
Sicherungsverwahrung geschaffen werden soll, das [...] [Orginal Artikel lesen]
» Wirksamer und unbürokratischer Pfändungsschutz durch neues P-Konto
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
erklärt zum Inkrafttreten des Gesetzes zum so genannten
P-Konto am 1. Juli 2010:
Das neue P-Konto sorgt für wirksamen und
unbürokratischen Kontopfändungsschutz. Künftig wird
sichergestellt, dass gesetzlich garantierte Freibeträge vom
Schuldner wirklich genutzt werden können. Bisher wurden
Girokonten bei der Pfändung oft blockiert und wegen des hohen
Bürokratieaufwands gekündigt. Mit dem P-Konto behalten
Schuldner trotz Pfändung eine funktionierende Kontoverbindung
und können so - auch im Interesse ihrer Gläubiger - am
Arbeits- und Wirtschaftsleben teilnehmen.
Der Bundestag hat die Reform mit breiter Mehrheit verabschiedet,
weil nach Änderungen im Gesetzgebungsverfahren ein gerechter
Interessenausgleich gefunden wurde. Das P-Konto vermeidet
unnötige Bürokratie und entlastet damit Schuldner und
Wirtschaft. Der Basispfändungsschutz von 985,15 Euro steht
jedem P-Kontoinhaber automatisch zu. Wer mehr will, muss seinen
Bedarf nachweisen.
Missbrauch wird [...] [Orginal Artikel lesen]
» Runder Tisch: BMJ legt Eckpunkte zur Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden vor
Nach der 2. Sitzung der BMJ-Arbeitsgruppe zum Runden Tisch
"Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und
Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen
Einrichtungen und im familiären Bereich" erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
In der heutigen Sitzung hat das Bundesministerium der Justiz
Eckpunkte zur Einschaltung der
Strafverfolgungsbehörden vorgeschlagen. Ziel ist die
zügige Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden, wenn
Tatsachen bekannt werden, die den Verdacht auf einschlägige
Straftaten begründen können. Für die Einschaltung
der Strafverfolgungsbehörden sollte es genügen, wenn
Tatsachen vorliegen, an die Ermittlungen anknüpfen
können. Die Prüfung dieser Tatsachen obliegt dann den
Strafverfolgungsbehörden. Nur die
Strafverfolgungsbehörden können den Sachverhalt mit ihrem
ausgebildeten Personal und den rechtlichen Mitteln objektiv
aufklären. Bei den Ermittlungen spielen die berechtigten
Interessen des Opfers und das Kindeswohl eine zentrale Rolle.
Außerdem hat das [...] [Orginal Artikel lesen]
» Sterbehilfe: BGH schafft Rechtssicherheit
Zu der heute verkündeten Entscheidung des
Bundesgerichtshofs zur Sterbehilfe erklärt
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:
Die heutige Entscheidung schafft Rechtssicherheit bei einer
grundlegenden Frage im Spannungsfeld zwischen zulässiger
passiver und verbotener aktiver Sterbehilfe. Es geht um das
Selbstbestimmungsrecht des Menschen und damit um eine Kernfrage
menschenwürdigen Lebens bis zuletzt.
Mit dem heutigen Urteil hat der Bundesgerichtshof dem
Selbstbestimmungsrecht des Menschen zu Recht einen besonders hohen
Stellenwert eingeräumt. Das Selbstbestimmungsrecht ist
Ausfluss der durch das Grundgesetz geschützten Würde
eines jeden Menschen - auch des Sterbenden. Die heutige
Entscheidung stellt klar: Der freiverantwortlich gefasste Wille des
Menschen muss in allen Lebenslagen beachtet werden. Es gibt keine
Zwangsbehandlung gegen den Willen des Menschen. Niemand macht sich
strafbar, der dem explizit geäußerten oder dem klar
festgestellten mutmaßlichen Willen des Patienten, auf [...] [Orginal Artikel lesen]
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